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Mittwoch, 9. September 2026 · 14:11

Apples faltbares iPhone unter neuem Chef Ternus, Samsung kauft sich bei Mistral ein, ASML sichert Mega-Aufträge

The State of Tech DE vom Mittwoch, 9. September 2026: Apple zeigt unter dem neuen CEO John Ternus erstmals ein faltbares iPhone – die größte Produktänderung seit über zehn Jahren. Außerdem: Samsung investiert als Leadinvestor in die französische KI-Firma Mistral und integriert deren Modelle in die eigene Chipfertigung, ASML sichert sich Milliardenaufträge von TSMC und Samsung für High-NA-EUV-Belichtungsmaschinen, Washington steckt 300 Millionen Dollar in Quantencomputing, Arm bringt mit dem Mali G2 Ultra NX KI-Hardware direkt in die Mobil-Grafik, und Kanada lanciert ein kostenloses KI-Bildungsprogramm für alle Bürger.

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Transkript

Anna: Willkommen bei The State of Tech DE, Mittwoch, der neunte September 2026. Ich bin Anna Hoffmann.

Klaus: Und ich bin Klaus Bergmann. Heute: Apple zeigt sein erstes faltbares iPhone unter dem neuen Chef John Ternus. Samsung holt sich die französische KI-Firma Mistral in seine Chipfertigung. ASML sichert sich TSMC und Samsung als Kunden für seine teuersten Belichtungsmaschinen. Washington steckt dreihundert Millionen Dollar in Quantencomputing. Dann zwei Sachen zum Ausprobieren: Arms neue Mobil-Grafik Mali G2 Ultra NX mit eingebauter KI-Hardware, und Kanadas kostenloses KI-Lernprogramm National AI Literacy Initiative. Fangen wir an.

Apple zeigt unter neuem CEO John Ternus sein erstes faltbares iPhone.

Anna: Apple hält heute Abend in Cupertino sein Herbst-Event ab, und es ist gleich in doppelter Hinsicht historisch. John Ternus tritt zum ersten Mal als Konzernchef auf die Bühne, nach der Übergabe von Tim Cook am ersten September. Und Apple zeigt sein erstes faltbares iPhone, wahrscheinlich unter dem Namen iPhone Ultra. Das ist die größte Änderung an der iPhone-Reihe seit über zehn Jahren. Daneben erwarten wir die iPhone-18-Serie mit einer aufgefrischten Siri, dazu neue AirPods und ein Watch-Update.

Klaus: Das Faltbare ist der Punkt, auf den Analysten seit Jahren warten. Samsung, Huawei und Honor sind in dem Markt längst unterwegs, Apple hat abgewartet, bis sich ein Scharnier und ein Display bauen lassen, die sich hochwertig anfühlen. Genauso wichtig ist heute aber die Nachricht hinter der Nachricht: Wall Street will sehen, dass Apple bei künstlicher Intelligenz nicht abgehängt wird. Der Vergleich mit Google Gemini und OpenAIs ChatGPT ist für Siri bisher nicht schmeichelhaft, und Apple muss glaubwürdig erklären, wie eine KI direkt auf dem Gerät funktionieren soll.

Anna: Für den DACH-Markt ist das relevant, obwohl faltbare Geräte hier bisher ein Nischenprodukt sind. Ein iPhone Ultra zum Premium-Preis verkauft Apple trotzdem in Millionenauflage, und das setzt Samsung ausgerechnet in Deutschland unter Druck, wo die Galaxy-Fold-Reihe zuletzt gut lief. Der zweite Punkt ist die Regulierung. Alles, was Apple heute an KI-Funktionen zeigt, muss zum Digital Markets Act und zum EU-KI-Gesetz passen. In der Praxis heißt das oft: In Europa kommen bestimmte Siri-Funktionen später oder in einer abgespeckten Form, weil Apple erst mit Brüssel klären muss, welche Daten wohin fließen dürfen.

Klaus: Ein Wechsel an der Spitze eines Konzerns dieser Größe ist zudem kein Detail. Tim Cook hat Apple fünfzehn Jahre geprägt, vor allem durch Lieferketten und Vertrieb. Ternus kommt aus der Hardware-Entwicklung, er hat die Chip-Umstellung auf Apple Silicon begleitet. Beobachter lesen das so, dass Apple sich in einer Phase, in der KI-Chips und geräteseitige Rechenleistung zum Wettbewerbsfaktor werden, bewusst einen Technologen an die Spitze holt. Wie sehr sich Ton und Tempo ändern, sehen wir vermutlich erst in den nächsten Quartalen an konkreten Produktentscheidungen.

Anna: Und die deutsche Perspektive noch einmal wirtschaftlich: Die Deutsche Telekom, Vodafone und O2 werden das faltbare Modell in ihre Tarife nehmen, aber zu einem Preis, der klar oberhalb der bisherigen Pro-Max-Linie liegen dürfte. Für den Handel im DACH-Raum ist das Weihnachtsgeschäft entscheidend, und ein neuer Formfaktor bewegt gerade dort Kundschaft, wo Vertragsverlängerungen anstehen.

Samsung holt die französische KI-Firma Mistral in seine Chipfertigung.

Klaus: Samsung Electronics und Mistral AI, das französische Vorzeige-KI-Unternehmen, gehen eine strategische Partnerschaft ein. Bekannt wurde das bei einem Staatsgipfel in Paris. Samsung baut Mistrals Modelle, darunter das große Flaggschiff-Modell, in seine Halbleiter-Entwicklung und -Fertigung ein. Und zwar als maßgeschneiderte Systeme, die vollständig in Samsungs eigenen Rechenzentren laufen, nicht in einer öffentlichen Cloud. Zusätzlich beteiligt sich Samsung als Leadinvestor an Mistrals aktueller Finanzierungsrunde.

Anna: Die industrielle Logik ist klar. Chipfertigung ist eine der komplexesten Produktionsformen der Welt, und die entscheidende Kennzahl ist die Ausbeute, also wie viele funktionierende Chips pro Silizium-Scheibe herauskommen. Winzige Defekte früher erkennen, Anlagen besser einstellen, Entwicklungszyklen kürzen: Genau da soll Mistrals KI Samsung Millionen sparen. Dass die Modelle vor Ort laufen, ist kein Detail. Die Fertigungsdaten gehören zum wertvollsten geistigen Eigentum, das Samsung besitzt, und darf ein Cloud-Rechenzentrum in den USA nicht sehen.

Klaus: Für Europa ist das ein starkes Signal. Mistral hat sich als glaubwürdige europäische Alternative zu OpenAI und Anthropic positioniert, und ein Kunde in der Größenordnung Samsungs, plus eine Leadinvestition, bestätigt diese Position. Es entkräftet auch das alte Argument, Europa forsche zwar bei KI mit, überlasse aber die kommerzielle Ernte den Amerikanern. Hier zahlt ein koreanischer Konzern ein französisches Unternehmen für die Lösung eines echten Industrieproblems.

Anna: Für den DACH-Raum ist der Blick doppelt interessant. In Dresden und im österreichischen Villach sitzen mit Infineon und Globalfoundries wichtige europäische Halbleiter-Standorte, und die stehen vor denselben Herausforderungen bei Ausbeute und Prozessoptimierung. Wenn ein Modell wie das von Mistral bei Samsung nachweisbar Wirkung zeigt, wird der Druck steigen, ähnliche Werkzeuge auch bei europäischen Fabs einzusetzen. Der deutsche Branchenverband ZVEI weist seit Monaten darauf hin, dass souveräne KI-Modelle für die Industrie eine strategische Frage sind, nicht nur eine technische.

Anna: Kurze Unterbrechung. Wenn du The State of Tech DE regelmäßig hörst, drück auf Like und abonniere den Podcast, so verpasst du keine Folge. Weiter geht's.

ASML sichert sich TSMC und Samsung für seine neuen High-NA-Belichtungsmaschinen.

Klaus: Beim Thema Chips bleiben wir gleich. Der niederländische Ausrüster ASML hat feste Zusagen von TSMC und Samsung für seine neuesten Belichtungsmaschinen, die sogenannten High-NA-EUV-Systeme. Das sind die Anlagen, die die feinsten Strukturen auf Silizium drucken, und eine einzelne Maschine kostet rund vierhundert Millionen Dollar. Samsung will sie ab 2028 in die Massenfertigung bringen, TSMC ab 2030. Zusätzlich arbeiten ASML und TSMC an einem Wechsel zu größeren, zwölfzölligen Photomasken, was die Produktivität erhöhen und langfristig die Kosten pro Chip senken soll.

Anna: Der Treiber ist unstrittig: künstliche Intelligenz. Das Training und der Betrieb der größten KI-Modelle verlangen immer leistungsfähigere Beschleuniger, und diese Beschleuniger brauchen eine immer feinere Fertigung. High-NA-EUV ist derzeit der einzige Weg, um Transistoren an der technischen Spitze weiter zu schrumpfen. Und ASML ist der einzige Hersteller weltweit, der diese Maschinen baut. Das gibt den Niederlanden eine wirklich strategische Position in der globalen Chip-Lieferkette.

Klaus: Für Deutschland ist ASML ein indirekter, aber wichtiger Faktor. Zeiss aus Oberkochen liefert die optischen Systeme für diese Belichter, ohne die keine einzige EUV-Maschine funktioniert. Trumpf aus Ditzingen liefert die Laser. Ein Auftragsbuch bei ASML, das bis ins nächste Jahrzehnt reicht, bedeutet also planbare Umsätze für zwei baden-württembergische Traditionsunternehmen. Auch die Zulieferer im Schwarzwald und in der Schweiz spüren das direkt in ihren Auftragsbüchern.

Anna: Dazu kommt die geopolitische Ebene. Exportkontrollen regeln bereits genau, welche High-NA-Systeme in welches Land geliefert werden dürfen, chinesische Kunden sind praktisch ausgeschlossen. Die niederländische Regierung sitzt damit an einem der wenigen echten Hebel in den Handelsbeziehungen zwischen den USA, China und Europa. Für DACH-Unternehmen, die auf modernste Chips angewiesen sind, von Automobilzulieferern bis zu Rechenzentrumsbetreibern, heißt das: Die Verfügbarkeit der neuesten Prozessknoten wird auch in Zukunft politisch, nicht nur technisch entschieden.

Washington investiert dreihundert Millionen Dollar in Quantencomputing.

Klaus: Ein Ausflug weg von KI. Das US-Handelsministerium hat Vereinbarungen mit drei Quantencomputing-Firmen abgeschlossen: D-Wave, Rigetti Computing und Quantinuum bekommen je hundert Millionen Dollar. Zusammen also dreihundert Millionen, aus dem Forschungs- und Entwicklungsbudget des CHIPS Act. Das Geld ist gezielt für supraleitendes Quantencomputing gedacht, also für den Ansatz, der stark heruntergekühlte Schaltkreise als Qubits verwendet.

Anna: Rigetti will damit zum Beispiel die Elektronik zum Auslesen der Qubits verkleinern, die Kühlkapazität ausbauen und Chips mit mehr Verbindungen zwischen den Qubits designen. Das sind die eher unglamourösen Ingenieursprobleme, die zwischen den heutigen rauschanfälligen Prototypen und einer Maschine stehen, die klassische Computer bei echter Arbeit schlägt. Von ein paar hundert Qubits auf zehntausende zu skalieren, verlangt genau solche Detailarbeit.

Klaus: Washington sagt damit ausdrücklich: Wir überlassen Quantencomputing nicht allein dem Risikokapital. Für Europa ist der unmittelbare Effekt Wettbewerbsdruck. Die Europäische Union hat mit dem Quantum Flagship und nationalen Programmen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden eigene Initiativen, und in Europa sitzen echte Schwergewichte wie IQM in Finnland, Pasqal in Frankreich und eleQtron aus Siegen. Aber dreihundert Millionen Dollar zusätzlich zu bestehender US-Förderung schärfen die Frage, ob die europäischen Budgets ausreichen, wenn Quantentechnologie gerade den Sprung aus dem Labor in die Industrie schafft.

Anna: In Deutschland läuft mit der Nationalen Quantenstrategie ein Rahmen, für den die Bundesregierung bis 2026 rund drei Milliarden Euro angekündigt hat. Der Branchenverband Bitkom argumentiert, dass die eigentliche Herausforderung nicht in der Grundlagenforschung liege, sondern beim Übergang zur industriellen Anwendung. Genau da setzt Washington jetzt an. Für Standorte wie Jülich, München und Ehningen, wo IBM einen europäischen Quantencomputer betreibt, entscheidet sich in den nächsten Jahren, ob die Anwendung, etwa in der Chemie, in der Materialforschung oder in der Logistik, aus Europa kommt oder importiert wird.

Arm baut spezielle KI-Hardware direkt in seine neue Mobil-Grafik Mali G2 Ultra NX.

Klaus: Zum Abschluss zwei Sachen zum Ausprobieren, jedenfalls in dem Sinne, dass man wissen sollte, worauf man beim nächsten Kauf achten kann. Zuerst: Arm hat ein neues Mobil-Grafikdesign vorgestellt, den Mali G2 Ultra NX. Zum ersten Mal steckt spezielle KI-Hardware direkt in den Shader-Kernen der GPU, also in dem Teil des Chips, der Grafik auf dem Handy zeichnet. Arm verspricht bis zu viermal so viel Leistung pro Watt bei neuronalen Grafik-Aufgaben. Auf Deutsch: flüssigere Bilder bei weniger Akkuverbrauch.

Anna: Praktisch übersetzt heißt das: Spiele können intern in niedrigerer Auflösung berechnet werden, und ein kleines KI-Modell rekonstruiert daraus ein schärferes Bild mit höherer Bildrate. Das kennt man vom PC unter Namen wie DLSS, jetzt kommt es aufs Handy. Genauso wichtig sind die anderen KI-Funktionen, die davon profitieren: bessere Kameras, Übersetzung in Echtzeit, Bildbearbeitung, alles direkt auf dem Gerät, ohne dass Daten in eine Cloud wandern. MediaTek gilt als erster Chiphersteller, der das Design übernimmt, damit landet die Technik in den nächsten zwölf Monaten in Mittelklasse- und Oberklasse-Android-Handys.

Klaus: Für die DACH-Region hat das zwei Ebenen. Praktisch heißt das, Android-Modelle schließen bei geräteseitiger KI auf Apple auf, was gut für die Auswahl und gut für die Preise ist. Politisch ist das Design von Arm, einem britischen Unternehmen, das quasi in jedem Smartphone der Welt steckt. Das stärkt Großbritanniens Rolle in der KI-Hardware-Geschichte, auch nach dem Brexit. Für europäische Datenschutzbehörden ist der Trend zur On-Device-KI ohnehin die bessere Variante, weil weniger Nutzerdaten das Gerät verlassen.

Anna: Den Mali G2 Ultra NX kann man natürlich nicht herunterladen. Aber der Name ist es wert, gemerkt zu werden. Wer im nächsten Jahr ein neues Android-Handy vergleicht und in den technischen Angaben eine Mali-G2-Ultra-NX-Grafik sieht, weiß, dass das Gerät neuere KI-Funktionen deutlich flotter und akkuschonender abarbeitet als die Vorgängergeneration. Für Nutzer, die ihr Handy drei oder vier Jahre behalten, ist genau das ein sinnvolles Kriterium.

Kanada startet mit der National AI Literacy Initiative ein kostenloses KI-Lernprogramm für alle.

Klaus: Zweiter Fund für heute: Kanada startet die National AI Literacy Initiative, geführt vom Minister für Künstliche Intelligenz, Evan Solomon. Sie ist Teil der übergreifenden Strategie AI for All und richtet sich ausdrücklich an ganz normale Bürger, nicht an Forscher. Das Programm rollt Lernmaterialien im ganzen Land aus, die Auftaktveranstaltung findet in Edmonton statt. Ziel ist es, Menschen zu erklären, was KI kann und was nicht, und wie man sie im Beruf, in der Schule und zu Hause verantwortungsvoll einsetzt.

Anna: Der Grund, warum das auch für Hörer im DACH-Raum interessant ist: Ein Großteil des Materials wird online veröffentlicht und ist frei zugänglich. Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach verständlichen Erklärungen sucht, wie große Sprachmodelle funktionieren, wie sich Voreingenommenheit in einem KI-System zeigt oder wie man KI-generierte Inhalte erkennt, findet auf den kanadischen Regierungsseiten in aller Regel gut gemachte Erklärungen, auf Englisch und Französisch, ohne Werbebotschaft.

Klaus: Für Lehrkräfte, Eltern und kleine Betriebe ist das eine seriöse Anlaufstelle. Das Material eignet sich für Elternabende genauso wie für interne Schulungen im Handwerksbetrieb. Wer ein wenig Französisch versteht, findet dort sogar Erklärungen, die in Deutschland oft fehlen, weil unser eigenes Ökosystem an Bildungsmaterial rund um KI immer noch löchrig ist.

Anna: Für europäische Ministerien ist das kanadische Programm zudem eine brauchbare Blaupause. Das EU-KI-Gesetz verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, KI-Kompetenz zu fördern, überlässt aber die Ausgestaltung weitgehend den nationalen Regierungen. Kanada zeigt, wie eine landesweite Kampagne strukturiert aussieht: Zielgruppe definieren, zugängliches Material produzieren, an eine übergreifende Strategie koppeln. Man kann davon ausgehen, dass in den kommenden Monaten sowohl das Bundesministerium für Bildung als auch die entsprechenden Stellen in Wien und Bern genau hinschauen werden.

Klaus: Heute ging es um Apples faltbares iPhone und den neuen Chef John Ternus, Samsungs KI-Partnerschaft mit Mistral, ASMLs Milliardenaufträge von TSMC und Samsung, drei hundert Millionen Dollar aus Washington für Quantencomputing, dazu Arms neue Mobil-Grafik Mali G2 Ultra NX mit eingebauter KI-Hardware, und Kanadas kostenloses Lernprogramm National AI Literacy Initiative.

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Klaus: State of Tech, die Tech-Welt in 15 Minuten.