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Freitag, 14. August 2026 · 12:41

Ciscos Sicherheitsumsatz +14%, Google Gemini 3.7 Flash, Spotify kennzeichnet KI-Musik

The State of Tech DE vom Freitag, 14. August 2026: Ciscos Sicherheitsumsatz springt um 14 Prozent, weil KI-Agenten eine neue Welle von Cyberangriffen ermöglichen – von Deepfake-Betrug bis selbstlernender Schadsoftware. Außerdem: Google bringt Gemini 3.7 Flash für Entwickler, während das Flaggschiff weiter auf sich warten lässt; Spotify kennzeichnet KI-generierte Musik und nimmt sie aus Standard-Playlists heraus; Microsoft behält nach seinem stillen Rückzug aus China eine profitable Azure-Nische; und zwei Empfehlungen zum Ausprobieren: die europäische Suchmaschine Ecosia und die kostenlose Mal-App Krita.

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Transkript

Anna: Willkommen bei The State of Tech DE, Freitag, der vierzehnte August 2026. Ich bin Anna Hoffmann.

Klaus: Und ich bin Klaus Bergmann. Heute: Ciscos Sicherheitsumsatz explodiert, weil KI zur Angriffswaffe wird. Google bringt eine neue Version seines KI-Modells Gemini für Entwickler, während das Flaggschiff weiter auf sich warten lässt. Spotify markiert KI-generierte Musik mit einem eigenen Label. Microsoft baut sein China-Geschäft leise um und behält eine sehr profitable Nische. Und zum Abschluss zwei Sachen zum Ausprobieren: die europäische Suchmaschine Ecosia, die mit jeder Suche Bäume pflanzt, und die freie Mal-App Krita, ein komplettes Kunststudio ohne Abo. Fangen wir an.

Ciscos Sicherheitsumsatz springt um vierzehn Prozent, weil KI-Agenten eine neue Welle von Cyberangriffen ermöglichen.

Anna: Wir starten mit Cisco, und das ist im Kern eine Geschichte darüber, was passiert, wenn KI aufhört, ein netter Helfer zu sein, und anfängt, zur Waffe zu werden. Cisco meldet für das vergangene Quartal ein Plus von vierzehn Prozent im Sicherheitsgeschäft, auf zwei Komma zwei Milliarden Dollar. Der Gesamtumsatz stieg um achtzehn Prozent. Konzernchef Chuck Robbins nennt agentische KI als Haupttreiber. Also KI, die nicht nur antwortet, sondern selbstständig Schritte plant, Entscheidungen trifft und Aufgaben ausführt, ohne dass ein Mensch dazwischenklickt.

Klaus: Und Kriminelle nutzen genau diese Technik jetzt für Angriffe, die früher erfahrene Hacker gebraucht haben. Robbins nennt konkret Deepfake-Imitationen und KI-gestützte Schadsoftware. Deepfake-Imitation heißt: Ein Betrüger ruft die Buchhaltung an, mit der geklonten Stimme des Vorstands, in Echtzeit, und gibt eine Überweisung frei. Das war vor zwei Jahren noch Science-Fiction, heute ist es Alltag. KI-gestützte Schadsoftware wiederum passt sich beim Weg durchs Netzwerk selbst an und umgeht klassische Abwehrmechanismen. Ciscos Wachstum hier ist also keine schöne Erfolgsgeschichte, sondern das teure Symptom eines Problems, das sich rasend schnell ausbreitet.

Anna: Cisco antwortet mit einer Produktreihe namens AI Defense, die im Grunde überwacht, was KI-Systeme in einem Unternehmen tun, und eingreift, wenn sie ausgetrickst oder gekapert werden. Für DACH-Unternehmen ist das direkt relevant. Der Digitalverband Bitkom warnt seit Monaten, dass mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen im letzten Jahr Ziel eines Angriffs war, und Deepfake-Betrug an der Buchhaltung ist inzwischen eine der am schnellsten wachsenden Kategorien. Auch das BSI in Bonn hat KI-gestützte Angriffe zum offiziellen Schwerpunkt gemacht.

Klaus: Und was mittelständische Firmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz konkret verändern müssen: Interne Freigabeprozesse für Zahlungen dürfen sich nicht mehr auf einen Anruf oder eine Sprachnachricht verlassen. Rückrufe über bekannte Nummern, ein zweiter Kanal, klare Vier-Augen-Regeln. Das sind organisatorische Schritte, keine Softwarelizenzen. Und die kosten praktisch nichts, außer Disziplin.

Google veröffentlicht Gemini 3.7 Flash für Entwickler, während das Flaggschiff weiter auf sich warten lässt.

Anna: Weiter mit Google. Der Konzern hat eine neue Version seines leichteren, schnelleren KI-Modells veröffentlicht, Gemini 3.7 Flash, und zielt damit direkt auf Softwareentwickler. Versprochen wird bessere Fehlersuche im Code, sauberere Programmier-Ergebnisse und ein besserer Umgang mit sogenannten Agenten-Abläufen. Also die KI liest ein Dokument, füllt ein Formular aus, verschickt eine Zusammenfassung, alles am Stück, ohne dass jemand zwischendurch klicken muss. Google sagt außerdem, die Nutzung sei günstiger geworden.

Klaus: Es gibt aber auch eine weniger schmeichelhafte Seite. Googles leistungsstärkeres Modell, Gemini 3.5 Pro, verzögert sich weiter, und Anleger merken das. Jedes Mal, wenn Google ein Mittelklasse-Modell nachschiebt statt des versprochenen Flaggschiffs, wächst der Abstand zu OpenAI und Anthropic bei den Spitzenmodellen ein Stück. Google sagt im Kern: den Sportwagen liefern wir noch nicht, aber der Kompaktwagen ist deutlich besser geworden. Für viele Entwickler reicht der Kompaktwagen ehrlich gesagt völlig aus. Die meisten Programmieraufgaben brauchen keine Grenz-Reasoning-Fähigkeiten.

Anna: Interessant ist die Sicherheitsformulierung. Google betont, dass Gemini 3.7 Flash stärkere Schutzmechanismen gegen Missbrauch hat, gerade für Hacking und für chemische, biologische, radiologische oder nukleare Anwendungen. Diese Wortwahl ist kein Zufall, sie deckt sich fast wörtlich mit den Risikokategorien, die der EU AI Act besonders streng reguliert. Google bringt das Modell also schon vorpositioniert für die europäische Zulassung.

Klaus: Für den DACH-Raum bedeutet das ganz praktisch: Unternehmen, die KI in interne Abläufe einbauen wollen, bekommen mit dieser Version ein Modell, das sowohl günstiger läuft als auch besser mit dem europäischen Rechtsrahmen zusammenpasst. SAP-Kunden, Softwarehäuser aus Karlsruhe, Fintechs aus Berlin, die alle in den letzten Monaten Pilotprojekte gestartet haben, dürften genau hinschauen. Die Bundesnetzagentur, die die Aufsicht über den AI Act in Deutschland mit koordiniert, hat zudem Leitlinien angekündigt, wie Unternehmen die Nachweispflichten praktisch erfüllen sollen.

Anna: Kurze Unterbrechung. Wenn du The State of Tech DE regelmäßig hörst, drück auf Like und abonniere den Podcast, so verpasst du keine Folge. Weiter geht's.

Spotify führt ein KI-Persona-Label ein und hält KI-generierte Musik aus den Standard-Playlists heraus.

Klaus: Spotify führt ein neues Kennzeichen ein, das sogenannte KI-Persona-Label. Es erscheint auf Künstlerprofilen und Songs, die mit KI erstellt wurden. Musikschaffende können ihre Werke seit dem elften August selbst als KI-generiert markieren, ab Mitte September werden die Labels dann in der App sichtbar. Entscheidend ist: Spotify will diese Titel aus den automatisch generierten Empfehlungslisten ausschließen, es sei denn, Hörer entscheiden sich aktiv dafür, KI-Musik zu bekommen.

Anna: Das Ausmaß dahinter macht die Meldung erst richtig. KI-Musikgeneratoren sind so billig und so gut geworden, dass die Plattform mit Tracks überschwemmt wird, die in wenigen Minuten aus einem Textprompt entstehen. Ein Teil davon ist kreativ, ein sehr großer Teil ist Streaming-Betrug, gemacht, um Tantiemen aus dem Algorithmus zu ziehen. Hörer haben Spotify wiederholt gesagt, sie wollen wissen, was sie da hören. Und unabhängige Musiker sagen ganz offen: Sie können nicht dagegen anspielen, wenn jemand am Tag hundert Titel generiert.

Klaus: Die europäische Ebene ist hier zentral. Der EU AI Act schreibt bereits vor, dass KI-generierte Inhalte klar gekennzeichnet werden müssen. Spotify ist eine der ersten großen Plattformen, die ihr Produktdesign an diese Regel anpasst, bevor die Durchsetzung überhaupt greift. Es ist gut möglich, dass YouTube Music, Deezer und Apple Music nachziehen. Sobald eine große Plattform es macht, können die anderen es schwer nicht tun.

Anna: Für die DACH-Musikbranche ist das mehrschichtig. Die GEMA in Deutschland und die AKM in Österreich klagen ohnehin gegen KI-Anbieter, die Musik ohne Lizenz zum Training verwendet haben. Ein sichtbares Label auf Spotify liefert ihnen zusätzliche Argumente. Für kleine Labels aus Hamburg, Wien oder Zürich könnte das Label mittelfristig zum Qualitätsmerkmal werden. Menschliche Musik wird das neue Handgemacht. Die spannende Frage bleibt, was mit Hybrid-Produktionen passiert, in denen Menschen singen und schreiben, aber KI beim Mischen hilft.

Microsoft zieht sich leise aus China zurück und behält eine sehr profitable Azure-Nische.

Klaus: Microsoft vollzieht still einen strategischen Rückzug aus China. In den letzten fünf Jahren hat der Konzern Niederlassungen geschlossen und Joint Ventures beendet. Berichten zufolge hat die Führung 2023 sogar einen vollständigen Ausstieg geprüft und kam zu dem Schluss, dass das geopolitische Risiko den wirtschaftlichen Nutzen übersteigt. US-Exportkontrollen auf fortgeschrittene Chips und KI-Technologie haben den Betrieb dort zunehmend schwierig gemacht.

Anna: Aber Microsoft ist nicht ganz weg, und das ist das Clevere. Der Konzern behält eine sehr spezifische, sehr profitable Nische: Er beliefert chinesische Konzerne wie ByteDance über die Azure-Cloud, aber nur für deren Geschäft außerhalb Chinas. Also Europa, Amerika, Südostasien. Diese Firmen brauchen westliche Technik, um international zu funktionieren, und Azure ist praktisch der einzige regelkonforme Weg für sie, dort auf westliche KI-Modelle zuzugreifen. Microsoft ist der willige Vermieter.

Klaus: Für europäische Regulierer und Firmen ist das eine Fallstudie, die man genau lesen sollte. Microsoft hat eine juristische und kommerzielle Struktur gefunden, mit der es chinesische Kunden bedienen kann, ohne gegen US-Exportregeln zu verstoßen. Genau diesen Drahtseilakt müssen europäische Firmen jetzt auch beherrschen, wenn sie mit beiden Supermächten Geschäfte machen wollen. ASML in den Niederlanden, SAP in Walldorf, Infineon in Neubiberg, Siemens in München, sie alle stehen vor einer Version dieses Problems: Was dürfen wir an wen unter welchen Bedingungen verkaufen.

Anna: Die größere Verschiebung ist, dass die Ära der weltweit einheitlichen Cloud vorbei ist. Wir bewegen uns in Richtung regionaler Technologieblöcke, in denen jeder Anbieter überlegen muss, in welchem Block er sich positioniert. Für DACH-Unternehmen bedeutet das konkret: Verträge mit US-Cloud-Anbietern brauchen künftig Exit-Klauseln, klare Datensouveränitätsregeln und Prüfungen, ob sensible Bereiche besser bei einem europäischen Anbieter liegen. Der Trend zu souveränen Clouds bei der Telekom oder OVHcloud bekommt damit weiteren Rückenwind.

Die europäische Suchmaschine Ecosia pflanzt mit jeder Suche Bäume und liefert jetzt eigene KI-Antworten.

Klaus: Zum Abschluss zwei Sachen, mit denen du heute konkret etwas anfangen kannst. Die erste heißt Ecosia. Die Berliner Suchmaschine gibt es schon seit Jahren, aber sie ist inzwischen deutlich leistungsfähiger geworden. Ecosia nutzt die Werbeeinnahmen aus deinen Suchen, um Bäume zu pflanzen. Nach eigenen Angaben inzwischen über zweihundert Millionen. Neu ist, dass Ecosia jetzt eine eigene KI-Antwortfunktion oben in den Ergebnissen anzeigt. Du bekommst also die schnellen KI-Zusammenfassungen, ohne dass deine Suchanfragen zu Google oder Microsoft wandern und dort für Werbeprofile ausgewertet werden.

Anna: Der praktische Reiz ist, dass es funktioniert, wie eine Suchmaschine funktionieren sollte. Tippen, Ergebnis, fertig. Nichts zu installieren. Du kannst Ecosia in Chrome, Firefox, Safari oder Edge in etwa zehn Sekunden als Standardsuche einrichten, und es gibt Apps für iOS und Android. Nutzer berichten, dass die Suchqualität bei Alltagsanfragen inzwischen wirklich mit Google vergleichbar ist, und die KI-Antworten sind hilfreich, ohne aufdringlich zu sein. Rezensenten heben hervor, dass hier eine seltene Kombination gelingt: ein europäisches Produkt, das Datenschutz respektiert und gleichzeitig etwas Greifbares mit dem verdienten Geld macht.

Klaus: Für Hörer aus dem DACH-Raum ist der Reiz nicht nur ideell. Ecosia hat seinen Hauptsitz in Berlin und arbeitet standardmäßig nach europäischem Datenschutzrecht. Die Firma veröffentlicht außerdem monatliche Finanzberichte, in denen sie genau ausweist, wohin das Geld für die Baumpflanzungen fließt. Das ist für die Branche ungewöhnlich transparent. Wer heute Nachmittag zwei Minuten Zeit hat, kann Ecosia im Browser als Standardsuchmaschine einstellen und die App auf dem Handy installieren. Die Umstellung ist reversibel, und die Baumpflanzung läuft ab der ersten Suche automatisch mit.

Die freie Mal-App Krita gibt Künstlern und Hobbyisten ein komplettes digitales Kunststudio ohne Abo.

Anna: Das zweite Ding zum Ausprobieren ist Krita, und das ist für alle, die schon mal über digitales Zeichnen nachgedacht, aber vor Adobes Abo-Preisen zurückgeschreckt sind. Krita ist eine kostenlose, quelloffene Mal- und Illustrations-App, die seit über zwanzig Jahren entwickelt wird, ursprünglich aus der europäischen KDE-Gemeinschaft. Sie ist wirklich professionell, sie wird von Comic-Zeichnern genutzt, von Konzeptkünstlern für Videospiele und von Animatoren.

Klaus: Was Krita heraushebt, ist der Pinselmotor. Über hundert anpassbare Pinsel simulieren echte Materialien: Ölfarbe, Aquarell, Kohle, Tinte. Künstler, die von Photoshop oder Clip Studio Paint umgestiegen sind, sagen oft, die Pinsel fühlen sich natürlicher an. Es gibt außerdem eine richtige Animationsfunktion, du kannst Bild für Bild animieren, und es gibt einen eigenen Comic-Panel-Ablauf für Menschen, die Graphic Novels machen. Krita läuft auf Windows, macOS und Linux, und es gibt eine Version für Android-Tablets, die gut mit einem Stift funktioniert.

Anna: Kein Abo, kein Konto, kein Cloud-Zwang. Alles bleibt auf deinem Gerät. Ein ehrlicher Vorbehalt: Wer von Photoshop kommt, um Fotos zu bearbeiten, für den ist Krita nicht das richtige Werkzeug. Es ist ein Mal-Programm, kein Foto-Editor. Aber wer zeichnen, illustrieren oder animieren will, findet in Krita nach Meinung vieler Nutzer eines der besten kostenlosen Werkzeuge überhaupt. Für Kunststudierende an der UdK Berlin, der Angewandten in Wien oder der ZHdK in Zürich ist das eine echte Alternative zu Abos, die schnell hunderte Euro im Jahr kosten. Heute Abend herunterladen, morgen früh loszeichnen.

Anna: Heute ging es um: Ciscos Sicherheitsumsatz explodiert, weil KI zum Angriffswerkzeug wird. Google bringt Gemini 3.7 Flash für Entwickler, während das Flaggschiff hakt. Spotify markiert KI-Musik und hält sie aus den Standard-Playlists heraus. Microsoft baut sein China-Geschäft leise um und behält eine profitable Cloud-Nische. Und zum Abschluss zwei Sachen zum Ausprobieren: die europäische Suchmaschine Ecosia, die mit jeder Suche Bäume pflanzt, und die freie Mal-App Krita, ein komplettes Kunststudio ohne Abo.

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