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Donnerstag, 13. August 2026 · 12:17

CoreWeave verdoppelt Umsatz, IBM beweist Quantenvorteil, Anthropic-Wasserzeichen weltweit

The State of Tech DE vom Donnerstag, 13. August 2026: CoreWeave meldet einen Quartalsumsatz von 1,36 Milliarden Dollar und schließt Milliardendeals mit OpenAI und Meta ab – ein Weckruf für die europäische Cloudinfrastruktur. Außerdem: IBM und die Universität Chicago zeigen erstmals verifizierbaren Quantenvorteil mit 70 logischen Qubits, Industrieroboter-Bestellungen in Nordamerika steigen um 21 Prozent, Anthropic versieht jede Claude-Antwort weltweit mit Wasserzeichen als Reaktion auf das EU-KI-Gesetz, und zum Ausprobieren: der freie Passwortmanager KeePassXC und der europäische Kartendienst Qwant Maps.

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Transkript

Anna: Willkommen bei The State of Tech DE, Donnerstag, der dreizehnte August 2026. Ich bin Anna Hoffmann.

Klaus: Und ich bin Klaus Bergmann. Heute: CoreWeave meldet Rekordumsätze und Milliardendeals mit OpenAI und Meta. IBM und die Universität Chicago zeigen einen verifizierbaren Quantenvorteil mit siebzig logischen Qubits. Industrieroboter-Bestellungen in Nordamerika springen um einundzwanzig Prozent nach oben. Anthropic beginnt weltweit, jede Claude-Antwort mit einem Wasserzeichen zu versehen. Und zum Abschluss zwei Sachen zum Ausprobieren: der freie Passwortmanager KeePassXC und der französische Kartendienst Qwant Maps. Fangen wir an.

CoreWeave verdoppelt Umsatz und schließt Milliardendeals mit OpenAI und Meta.

Anna: CoreWeave hat gerade Zahlen vorgelegt, die eigentlich alles über den Zustand der KI-Branche erzählen. Der Quartalsumsatz ist um hundertvierunddreißig Prozent auf eins Komma sechsunddreißig Milliarden Dollar gesprungen. Dazu ein Vertragsausbau mit OpenAI über sechs Komma fünf Milliarden Dollar und ein neuer Deal mit Meta über vierzehn Komma zwei Milliarden. Der Auftragsbestand liegt jetzt bei fünfundfünfzig Komma sechs Milliarden. Das ist kein Softwareunternehmen, das ist eine Firma, die rohe Rechenleistung vermietet, und die Welt bekommt einfach nicht genug davon.

Klaus: Was CoreWeave macht, ist im Kern simpel und trotzdem extrem teuer. Sie betreiben zweiunddreißig Rechenzentren mit über zweihundertfünfzigtausend Nvidia-Grafikchips und vermieten die Kapazität stundenweise an Firmen, die große KI-Modelle trainieren. Der Punkt ist: selbst die größten KI-Labore, OpenAI und Meta eingeschlossen, kommen mit dem eigenen Bau von Rechenzentren nicht hinterher. Sie mieten deshalb bei Spezialisten wie CoreWeave. Wenn Meta einen Vierzehn-Milliarden-Vertrag unterschreibt, ist das eine Wette darauf, dass die Nachfrage nach generativer KI über Jahre weiter steigt.

Anna: Für den DACH-Raum hat das zwei Seiten. Auf der einen Seite profitieren deutsche, österreichische und Schweizer Entwickler, die über OpenAI oder Anthropic arbeiten, von schnellerem und günstigerem Modellzugang. Auf der anderen Seite steht dieser gewaltige Infrastrukturausbau fast komplett in den USA. Das ist genau der Punkt, an dem in Brüssel und Berlin seit Monaten diskutiert wird. Die Bundesregierung hat mit dem KI-Aktionsplan zwar Milliarden für heimische Rechenzentren angekündigt, aber im Vergleich zu einem einzelnen Meta-Deal wirken die Summen bescheiden. Die Deutsche Telekom baut in Frankfurt und München zwar KI-Kapazität aus, doch der Markt für die schwersten Trainingsläufe bleibt vorerst amerikanisch.

Klaus: Und das wird für europäische Aufsichtsbehörden zunehmend heikel. Wer Rechenleistung mietet, ist von den Preisen und Bedingungen des Anbieters abhängig. Ein deutscher Mittelständler, der eigene KI-Modelle trainieren will, konkurriert mit OpenAI um dieselbe Warteschlange. Genau deshalb kommt die IPCEI-Initiative für europäische Cloudinfrastruktur wieder aufs Tapet. Die CoreWeave-Zahlen sind also nicht nur ein Quartalsbericht, sie sind ein Weckruf.

IBM und Universität Chicago zeigen verifizierbaren Quantenvorteil mit siebzig logischen Qubits.

Anna: IBM und Forscher der Universität Chicago sagen, sie hätten eine echte Schwelle im Quantencomputing überschritten. Sie haben eine Berechnung mit siebzig sogenannten logischen Qubits durchgeführt, tausende Operationen in etwa fünfzehn Minuten, und, und das ist entscheidend, sie können beweisen, dass das Ergebnis stimmt. Genau diese Verifizierbarkeit unterscheidet das von früheren Quantenankündigungen. Das Paper trägt den Titel "Sampling hard circuits with verifiably high fidelity" und argumentiert, dass klassische Supercomputer diese Berechnung nicht mehr realistisch nachvollziehen können.

Klaus: Wichtig ist das Wort "logisch". Ein logisches Qubit ist nicht ein einzelnes Teilchen, sondern ein Bündel aus vielen physikalischen Qubits, die mit Fehlerkorrektur zusammengeschaltet sind, damit sie zuverlässig arbeiten. Siebzig davon gleichzeitig stabil zu halten, ist eine ernsthafte Ingenieurleistung. Quantensysteme verlieren normalerweise innerhalb von Mikrosekunden ihre Information. Und die Verifizierbarkeit ist genau der Teil, an dem die Branche jahrelang gescheitert ist. Frühere Quantenvorteile wurden immer kritisiert, weil man das Ergebnis nicht überprüfen konnte.

Anna: Für Europa landet das in einem interessanten Moment. Die EU steckt seit Jahren Geld in das Quantum-Flagship-Programm, Deutschland hat mit Jülich und München eigene Zentren, Österreich mit Innsbruck ist historisch stark in Quantenphysik. In der Schweiz arbeitet die ETH Zürich mit IBM zusammen. Was diese Nachricht zeigt: Verifizierbares Quantencomputing bewegt sich aus dem reinen Physiklabor heraus in Richtung von etwas, dem Unternehmen vertrauen können. Für Pharma, Materialforschung und Chemie ist das der Punkt, ab dem ernsthafte Investitionsentscheidungen sinnvoll werden. BASF und Merck haben in Kooperationen bereits Quantenpilotprojekte laufen. Der nächste Schritt ist, dass diese Projekte nicht mehr nur Machbarkeitsstudien sind.

Anna: Kurze Unterbrechung. Wenn du The State of Tech DE regelmäßig hörst, drück auf Like und abonniere den Podcast, so verpasst du keine Folge. Weiter geht's.

Roboter-Bestellungen in Nordamerika springen um einundzwanzig Prozent, Autoindustrie verliert Vorreiterrolle.

Klaus: Nordamerikanische Hersteller haben im zweiten Quartal sechshundertzweiundzwanzig Millionen Dollar für Industrieroboter ausgegeben, ein Plus von einundzwanzig Komma drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das meldet die Association for Advancing Automation. Die eigentlich spannende Zahl steht unter der Schlagzeile: Nicht-Automobilkunden machen inzwischen sechsundfünfzig Prozent aller bestellten Roboter aus. Also Halbleiter, Elektronik, Life Sciences, Lebensmittelproduktion. Die Autoindustrie, die jahrzehntelang das Gesicht der Robotik war, ist im Quartal sogar geschrumpft.

Anna: Diese Verschiebung ist wichtiger als die Wachstumszahl selbst. Wer wissen wollte, wie es der Robotik geht, hat traditionell nach Detroit oder Wolfsburg geschaut. Jetzt treiben eine Lebensmittelverpackungsanlage in Ohio und eine Chipfabrik in Arizona die Nachfrage. Die Technik ist günstig und flexibel genug geworden, dass auch mittelständische Hersteller sie sich leisten können. Und der Arbeitskräftemangel drängt Firmen dazu, Aufgaben zu automatisieren, die sie früher von Hand erledigt haben. Robotik wird endlich in der Breite der Industrie erwachsen.

Klaus: Für die DACH-Industrie ist das unmittelbar relevant. Deutschland, Österreich und die Schweiz haben große Fertigungsbasen, die vor denselben demografischen Herausforderungen stehen. Der VDMA, der Maschinenbau-Verband, argumentiert seit Jahren, dass Deutschland die Automatisierung im Mittelstand beschleunigen muss, nicht nur bei VW und BMW. Diese Zahlen aus Nordamerika liefern der Diskussion neue Munition. Wenn amerikanische Lebensmittelverarbeiter und Elektronikhersteller automatisieren, tut sich ein deutscher Metzgereibetrieb oder ein mittelständischer Zulieferer schwer, das zu ignorieren. Kuka in Augsburg und der Schweizer Konzern ABB dürften diese Zahlen mit gemischten Gefühlen lesen: mehr Nachfrage, aber der Wettbewerb aus Fanuc und amerikanischen Startups wächst gleichzeitig.

Anthropic markiert weltweit jede Claude-Antwort mit Wasserzeichen wegen EU-KI-Gesetz.

Anna: Anthropic hat gestern damit begonnen, in alle Textausgaben seiner Claude-KI-Modelle Wasserzeichen einzubetten, weltweit. Das ist eine direkte Reaktion auf die Transparenzanforderungen des EU-KI-Gesetzes, die am zweiten August in Kraft getreten sind. Das Wasserzeichen wird auf Modellebene angewandt und soll es ermöglichen zu erkennen, ob ein Text von Claude erzeugt wurde. Das Unternehmen sagt, die Verantwortung für die Kennzeichnung von KI-Inhalten liege beim Modellanbieter, nicht nur beim Nutzer.

Klaus: Ein Wasserzeichen in Text ist kein sichtbares Logo, sondern ein statistisches Muster in der Wortwahl, das ein Detektor später wiedererkennen kann. Die technische Debatte, ob solche Wasserzeichen Bearbeitung oder Umformulierung überstehen, ist offen. Aber das politische Signal ist eindeutig. Eine große KI-Firma wendet eine EU-Regel weltweit an, genau der sogenannte Brüssel-Effekt, auf den europäische Regulierer gehofft haben. Statt getrennter Versionen für verschiedene Regionen hat Anthropic einen weltweiten Standard gewählt, und der ist zufällig europäisch.

Anna: Für Nutzer im DACH-Raum bedeutet das: Das KI-Gesetz bewegt sich vom Papier in konkrete Produkte. Lehrer, Journalisten und Personaler fordern seit Monaten verlässliche Wege, KI-generierte Inhalte zu erkennen. Der Deutsche Journalistenverband hat wiederholt darauf gedrängt, und die österreichische Datenschutzbehörde hat das Thema ebenfalls auf der Agenda. Wasserzeichen sind kein Allheilmittel, aber ein konkreter Schritt. Die größere Frage ist, ob OpenAI, Google und Meta nachziehen. Wenn ja, wird sich die praktische Erfahrung mit KI in Europa im nächsten Jahr spürbar von der in anderen Regionen unterscheiden.

Klaus: Interessant ist auch die Reaktion aus der Wissenschaft. Forscher der TU München haben schon darauf hingewiesen, dass Wasserzeichen bei kurzen Texten leicht verwischt werden können. Für lange Berichte, Studienarbeiten oder Bewerbungsschreiben funktionieren sie besser. Genau das ist der Anwendungsbereich, in dem Schulen, Universitäten und Personalabteilungen im DACH-Raum aktuell den größten Handlungsdruck spüren.

Der freie Passwortmanager KeePassXC hält alle Logins ohne Cloud auf dem eigenen Gerät.

Anna: Zum Abschluss zwei Sachen zum Ausprobieren. Das erste ist KeePassXC, ein freier Open-Source-Passwortmanager. Statt eure Passwörter in der Cloud eines Anbieters zu speichern, hält KeePassXC sie in einer einzigen verschlüsselten Datei auf eurem eigenen Rechner. Ihr entsperrt sie mit einem Master-Passwort, und die Datei funktioniert unter Windows, Mac und Linux. Es gibt Begleit-Apps für iPhone und Android, die dieselbe Datei lesen. Ihr könnt sie über einen Cloud-Dienst eurer Wahl synchronisieren, oder gar nicht.

Klaus: Was KeePassXC interessant macht, ist genau das, was es nicht tut. Es sendet nichts an einen Server, den ihr nicht überprüfen könnt, es verlangt kein Abo, und die Software wurde unabhängig auditiert. Nutzer kombinieren KeePassXC meist mit einer Browser-Erweiterung, die Logins automatisch ausfüllt. Auch der neuere Passkey-Standard wird unterstützt, und Zwei-Faktor-Codes verwaltet die App ebenfalls. Wer will, kann eine separate Authenticator-App komplett weglassen.

Anna: Für Hörer im DACH-Raum gibt es einen zusätzlichen Vorteil. Weil die verschlüsselte Datenbank eine Datei ist, die euch gehört, liegt sie unter eurer eigenen Rechtsprechung, nicht unter der eines kommerziellen Anbieters in den USA. Nutzt ihr einen europäischen Cloudspeicher wie den der Deutschen Telekom, Strato oder Swisscom für die Synchronisation, verlassen eure Zugangsdaten Europa nie. Die Einrichtung dauert etwa fünfzehn Minuten: App installieren, Datenbank anlegen, ein starkes Master-Passwort wählen, das ihr euch wirklich merken könnt, und dann die bestehenden Logins importieren. Die Website ist keepassxc dot org. Kostenlos, ohne Konto.

Qwant Maps bietet freie europäische Navigation mit Wegbeschreibung ohne Tracking.

Klaus: Das zweite Ding zum Ausprobieren ist Qwant Maps, ein freier Karten- und Navigationsdienst der französischen Suchmaschinenfirma Qwant. Er liefert Wegbeschreibungen für Auto, Fußgänger, Rad und öffentlichen Nahverkehr in europäischen Städten, und zwar ohne eure Fahrten mit einem Werbeprofil zu verknüpfen. Die Karten basieren auf OpenStreetMap-Daten, der von einer Community gepflegten offenen Alternative zu den großen kommerziellen Kartendiensten.

Anna: Im Alltag ist der Reiz simpel. Ihr öffnet den Dienst im Browser oder auf dem Handy, tippt ein Ziel ein und bekommt eine Route. Kein Konto nötig. Rezensenten heben hervor, dass Ortssuche, Geschäftsverzeichnisse und Nahverkehrsplanung in europäischen Städten gut funktionieren, genau der Bereich, in dem freie Alternativen sonst schwächeln. Für einen Alpenroadtrip ersetzt Qwant Maps keine spezialisierte Offline-Navigations-App, aber für Stadterledigungen, die Suche nach einem Café oder den Weg zum Kunden reicht es.

Klaus: Warum das in eine deutsche Tech-Sendung gehört: die Datenfluss-Frage. Wenn ihr auf einem großen kommerziellen Kartendienst nach einer Geburtsklinik, einem Anwalt oder einer Suchtberatung sucht, füttert die Anfrage typischerweise ein Werbesystem. Qwant sagt, das tue man nicht. Für alle, denen unwohl damit geworden ist, wie viel ihr Handy über ihre Bewegungen weiß, ist der Wechsel zu einer nach europäischen Regeln gebauten Karten-App eine kleine Änderung mit echter Wirkung. Zu finden unter qwant dot com Schrägstrich maps.

Anna: Heute ging es um CoreWeaves Rekordumsatz und die Milliardendeals mit OpenAI und Meta, den verifizierbaren Quantendurchbruch von IBM und Chicago, den Boom bei Industrierobotern jenseits der Autoindustrie, Anthropics weltweite Claude-Wasserzeichen, den freien Passwortmanager KeePassXC und den europäischen Kartendienst Qwant Maps.

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Klaus: State of Tech, die Tech-Welt in 15 Minuten.